"Manos: The Hands of Fate" – legendärer Trash!Einer der schlechtesten Filme aller Zeiten genießt längst Kultstatus
Seit der völlig misslungene Horrorstreifen "Manos: The Hands of Fate" in der TV-Serie "Mystery Science Theater 3000" präsentiert wurde, avancierte er zum Kultfilm.
Popkulturelle Phänomene stoßen außerhalb ihrer Fangemeinde oft auf Unverständnis. Dies gilt natürlich insbesondere auch für Filme wie beispielsweise „The Rocky Horror Picture Show“. Während bei solchen Filmen noch die berühmte Geschmacksfrage ins Hintertreffen geführt werden kann, erschließt sich die Begeisterung mancher Filmfans für schlechte Streifen Außenstehenden meist nicht. Weshalb Trash wie „Manos: The Hands of Fate“ populär wurde, lässt sich indes auch kaum rational erklären. „Manos: The Hands of Fate“ – Wirrer Plot, wirre RegieDer Plot von „Manos: The Hands of Fate“ ist gleichermaßen simpel, wie auch wirr. Das junge Pärchen Michael (Hal Warren) und Margaret (Diane Mahree) befindet sich mit seiner kleinen Tochter Debbie (Jackey Neyman Jones) auf einer Urlaubsreise. Nachdem Michael ihr Reiseziel offensichtlich verfehlt hat, kehrt die Familie in einem winzigen Motel ein, das vom reichlich seltsamen Torgo (John Reynolds) im Auftrag seines „Masters“ (Tom Neyman) betrieben wird. Der „Master“ steht im Zentrum eines dunklen Kultes, der von attraktiven, jungen Frauen geleitet wird, die im Auftauchen von Michael und Margaret eine Gefahr sehen. Allerdings sind sie uneins in der Frage, wie sie dieser Gefahr begegnen sollen. Währenddessen spitzt sich die Lage im Motel zu: Michaels Wagen verweigert seinen Dienst, Debbie verschwindet plötzlich spurlos und Torgo findet Gefallen an Margaret … Perfekte Kost für „Mystery Science Theater 3000" Es nimmt nicht Wunder, dass „Manos: The Hands of Fate“ in der noch Jahre nach Absetzung beliebten TV-Serie „Mystery Science Theater 3000“ durch die Mangel genommen wurde. Dieser oft im gleichen Atemzug wie Ed Woods berüchtigter „Plan 9 from Outer Space“ genannte Film aus 1966 stellt tatsächlich die perfekte Kost für „Mystery Science Theater 3000“ dar: Kruder Plot, unfreiwillig komische Dialoge, zahlreiche Ungereimtheiten und ein Budget, das keine Spezialeffekte ermöglichte. Der Legende nach entstand der Film als Resultat einer Wette: Regisseur, Hauptdarsteller und Drehbuchautor Harold P. Warren soll demnach gewettet haben, für nur wenige tausend Dollar einen erfolgreichen Horrorfilm produzieren zu können. Wahre oder erfundene Anekdote: Im Gegensatz zu Ed Wood besaßen weder Warren selbst, noch seine Filmcrew irgendwelche Erfahrungen, die für die Produktion eines Filmes unablässig sind. Entsprechend desaströs präsentiert sich „Manos: The Hands of Fate“. Schwierige Produktionsbedingungen bei „Manos: The Hands of Fate“ Das Budget von rund 19.000 US-Dollar ließ nachvollziehbarer Weise keine großen Sprünge zu, was sich auf die Produktionsbedingungen auswirkte. Gedreht wurde mit einer Kamera, die lediglich 32 Sekunden tonloser Aufnahme ermöglichte. Deshalb wurde der fertig geschnittene Film von insgesamt drei Sprechern nachsynchronisiert, was zu kuriosen Hörerlebnissen führt. Etwa, wenn ein etwa fünfjähriges Mädchen von einer erwachsenen Frau mit Pieps-Stimme synchronisiert wird oder bei einem Dialog zwischen Michael und einem Polizisten beide Stimmen von ein und demselben Mann gesprochen werden und somit nicht voneinander zu unterscheiden sind. Der einzige „Spezialeffekt“ in Form einer abgetrennten Hand erweist sich als stümperhaftes Requisit. Improvisation ist alles!Während es „Manos: The Hands of Fate“ an Budget und technischer Kompetenz mangelte, waren es improvisatorische Künste, die den Film letztendlich doch möglich machten. Gemälde und Kostüme wurden von den Darstellern angefertigt, als sich die ursprüngliche Hauptdarstellerin ein Bein brach musste kurzfristiger Ersatz gefunden werden und die weiblichen Mitglieder des „Kultes“ rekrutierte Warren aus einer örtlichen Model-Schule. Nur beim Titel hätte man sich etwas einfallsreicher zeigen können. Denn: „Manos“ ist das spanische Wort für „Hände“. Somit bedeutet der Titel übersetzt: „Hände – die Hände des Schicksals“ … „Manos: The Hands of Fate“: Unterhaltsamer Spaß für Trashfans Alles in allem bietet „Manos: The Hands of Fate“ unterhaltsame 74 Minuten für Trashfans. Selten zuvor oder danach bot ein Film mehr unfreiwillig komische Unterhaltung, so der geneigte Filmfreund einen unsinnigen Plot, zahlreiche Ungereimtheiten, lächerliche Kostüme, schlechte Nachsynchronisation und dergleichen zu genießen versteht. Womit sich der Kreis zur Eingangsfrage schließt: Weshalb lieben viele Menschen Streifen wie diesen? Ist es die tröstende Gewissheit, dass in einer nach Perfektion strebenden Welt außergewöhnlich unvollkommene Werke wie dieses überhaupt existieren? Wie auch immer die Antwort lauten möge: „Manos: The Hands of Fate“ ist nicht nur längst Kult, sondern inzwischen auch auf DVD erschienen und wird somit künftigen Generationen an Filmfans erhalten bleiben. Originaltitel: „Manos: The Hands of Fate“ Regie: Harold P. Warren Produktionsland und -jahr: USA, 1966 Filmlänge: ca. 74 Minuten Filmstart (USA): 15.11.1966
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